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Schwerpunkt-Vortrag

Dr. Bettina Doering:

„Christoph soll nicht mit Ali im Sandkasten spielen“

Stereotype und Vorurteile basieren auf sozialen Kategorien, die Menschen auf Grund bestimmter Merkmale zusammenfassen. Sichtbare Kategorien wie zum Beispiel Frauen, Männer, jung und alt, groß und klein können bereits sehr junge Kinder anwenden. Soziale Kategorisierungen helfen uns, kognitive Ressourcen zu sparen und uns auf Situationen und Verhaltensweisen vorzubereiten. Ob eine soziale Kategorie als positiv oder negativ bewertet wird, erlernen Kinder auf verschiedenen Wegen. Interessant hierfür ist das Experiment von Clark & Clark (1940). Die Forscher zeigten afroamerikanischen Kindern jeweils eine weiße und eine schwarze Puppe. Im Anschluss wurden die Kinder gefragt, welche Puppe sie lieber mögen. Die Mehrzahl der schwarzen Kinder mochte die weiße Puppe lieber. Dies zeigt, wie früh in der Entwicklung eines Kindes Vorurteile bzw. negative Bewertungen sozialer Kategorien gelernt werden. Auf den Lernprozess von Kindern hat das soziale Umfeld einen bedeutenden Einfluss. Dabei spielt nicht nur die explizite Unterrichtung eine Rolle, sondern auch, wie sich Erwachsene (Eltern, Erzieher_innen, Großeltern etc.) und Institutionen implizit verhalten. Bekommen alle Kinder in einer Kita gleich viel Aufmerksamkeit oder wird Anna Ayda vorgezogen? Oder sagt Christoph, dass seine Mama ihm verboten hat, mit Ali zu spielen? Oder reicht Alis Papa der Erzieherin nie die Hand? Im ersten Teil des Vortrages wird die Entwicklung von Vorurteilen im Kindesalter skizziert. Welche Möglichkeiten aus präventiver und integrativer Sicht bestehen, um positiv auf Entwicklungsprozesse einzuwirken, soll im zweiten Teil des Vortrags erarbeitet und diskutiert werden.

Dr. Bettina Doering
ist Psychologin und war bis September 2017 am LPR Niedersachsen als Leiterin des „Landes-Demokratiezentrums Niedersachsen“ beschäftigt.
Sie hat in Jena Psychologie mit dem Schwerpunkt Sozialpsychologie studiert und hatte ein Forschungsstipendium für Studierende der DFG am International Graduate College „Con ict and Cooperation between Social Groups“. Ihre Diplomarbeit schrieb Bettina Doering zum Thema „Die Wahrnehmung von Intergruppenseparation bei Kindern“. Nach Ihrer Diplomarbeit arbeitete Sie am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen im Projekt „Schülerbefragungen“ und später am „Institut für Pädagogische Psychologie“ an der Leibniz-Universität Hannover.
Ihre Doktorarbeit schrieb Bettina Doering über „Moralische Motivation im Kindes- und Jugendalter“.

 

Systemisch-interkulturelle Prävention

SIP 3

Systemisch

Wir arbeiten aus Überzeugung systemisch. Unter Berücksichtigung des Umfeldes, der relevanten Akteure und der Kontexte arbeiten wir an Veränderungsprozessen. Durch das Denken in zirkulären Wechselwirkungen generieren wir neue Ideen und potentielle Lösungen, um auf diese Weise Wahlmöglichkeiten zu erhöhen. Auf der Grundlage des Konstruktivismus und der systemischen Haltung von Neugier, Neutralität und Wertschätzung arbeiten wir dazu ressourcen- und lösungsorientiert. Wir glauben an die Einzigartigkeit des Menschen und gehen schon deshalb keine vorgebauten Wege, sondern sehen uns als Unterstützer, in der eigenen Lösungsfindung, passend zum System vor Ort. Dadurch ist jeder Beratungsprozess individuell. Lediglich unsere systemische Grundhaltung bleibt gleich. In der systemischen Beratung schreiben wir der Kooperations- und Beziehungsorientierung eine hohe Bedeutung zu.

„Die wirkliche Wirklichkeit kann auch ganz anders sein. Wirklich!

Interkulturell

Da jeder Mensch eine einzigartige Persönlichkeit darstellt, definieren wir eine interpersonelle Kommunikation der einzigartigen „Systeme“ als interkulturell. Wir verstehen Kultur als die gewählte oder gelernte Strategie zur Daseinsbewältigung. Kultur nehmen wir als ein komplexes und dynamisches System war, welches das Verhalten des Menschen beeinflusst. Dieses Verhalten ist veränderbar und wählbar. Allerdings kann nur jeder für sich selbst entscheiden, in welchem Rahmen dies geschehen soll. Durch unsere diversitätsbewusste Grundhaltung wollen wir auf Unterschiedlichkeiten aufmerksam machen, diese wertschätzen und darauf Rücksicht nehmen. Im besten Fall können neue, gemeinsame Vorstellungen, Rahmenbedingungen und Berührungspunkte konstruiert oder sichtbar gemacht werden, damit möglicherweise etwas Neues, Gemeinsames entstehen kann (Transkulturalität).

„Worttrennung: in|ter|kul|tu|rell Bedeutungsübersicht: die Beziehungen zwischen verschiedenen Kulturen betreffend; verschiedene Kulturen umfassend, verbindend."1
1Vgl. http://www.duden.de/rechtschreibung/interkulturell

Prävention

Durch die Einladung die Perspektive zu wechseln und Verständnis für das Gegenüber aufzubauen, kann Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus und Gewalt verhindert werden. Wenn das „Fremde“ nicht mehr fremd ist, sondern als etwas Ergänzendes und Bereicherndes wahrgenommen werden kann, sind aus unserer Sicht bereits wertvolle und entscheidende Schritte im Bereich Prävention gegangen.  Dabei geht es nicht um eine assimilierende Haltung, sondern um respektvolle Neugier im Bezug zur Andersartigkeit. Hierzu benutzen wir verschiedene systemische Methoden, um nicht nur das „Fremde“ beim anderen, sondern auch das eigene „Fremde“ wahrzunehmen. Präventionsarbeit knüpft an der Möglichkeit zur Veränderung an, um somit unerwünschte Ereignisse oder Zustände abzuwenden. Wir vertreten die Hypothese, dass diese Art der Prävention am besten, wie oben beschrieben, systemisch-interkulturell gelingen kann.

Der Projektträger

cd k logo schwarz

Die CD‐Kaserne Celle ist eine gemeinnützige, kommunale GmbH mit den Schwerpunktaufgaben Kinder‐, Jugend‐ und Kulturarbeit. In der offenen Jugend‐ und Projektarbeit praktiziert sie seit über 10 Jahren einen ganzheitlichen, klienten‐ und lebensweltorientierten Präventionsansatz. Die offene Jugendarbeit mit dem Auftrag der Integrationsarbeit, hat seit 2004 einen Modelcharakter und ist mit den lokalen Strukturen und örtlichen Gegebenheiten einmalig.
Die CD‐Kaserne veranstaltet darüber hinaus Projekte im präventiven Bereich. Hier sind insbesondere die Wochen gegen Rechtsextremismus und Rassismus zu nennen, in deren Rahmen die Einrichtung mit vielen Trägern aus Celle und Umgebung kooperiert. 2016 wurde durch die CD‐Kaserne erstmalig ein bundesweit wirkendes Projekt zum Thema Rassismus und Rechtsextremismus auf den Weg gebracht: Eine Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft der Kultusministerin Frauke Heiligenstadt.
Durch das Großprojekt "Ich bin stark!" mit ca. 900 beteiligten Kindern, das von der CD-Kaserne entwickelt und seit 12 Jahren erfolgreich alle zwei Jahre umgesetzt wird, wurde der Bedarf für das nun vorgestellte Projekt weiterhin sichtbar. Eltern, Lehrer_innen, Systemiker_innen, Pädagog_innen und Erziehungswissenschaftler_innen bestätigten den dringenden Bedarf von neuen praxisorientierten, systemisch-interkulturellen Präventionsmethoden und Ansätzen.

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